Dirigent Ralf Eberhard ist nun fast ein Jahr der musikalische Leiter unserer Musikkapelle in Leupolz. Somit wird es langsam Zeit, den Zuhörern zu zeigen, dass er die Kapelle und somit jeden Musikanten auf der Bühne im Griff hat.
(mehr …)Autor: Robert Weber
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Geröllheimer Team 2 holt großen Preis von Leupolz
Welche unglaubliches Spektakel: das 7. Rasentraktorrennen in Leupolz am vergangenen Wochenende lockte erneut weit über Tausend Besucher auf die Rennstrecke bei Leupolz.
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Wenige Tage bis zum Start des 7. Rasentraktorrennens
Der Countdown läuft wieder. Nur noch wenige Tage, dann wird das kleine Gehöft am Rande des Leupolzer Dorfes wieder zum Schauplatz spektakulärer Kulissen. Zehntausende Fest- und Rennbegeisterte werden sich auf den Weg nach Knöpfler machen um ihren Enkeln einmal erzählen zu können: „Ich war beim Rasentraktorrennen 2019 dabei!“
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Das Fest der „Virgen de Copacabana“
In den ersten 2 Wochen im August stand nun der Geburtstag der Schul- und Kirchenpatronin „Jungfrau“ bzw. „Virgen de Copacabana“ auf dem Programm. 9 Tage lang gab es jeden Abend eine Messe zu der immer verschiedene Pfarrer anderer Kirchengemeinden von Potosí geladen waren. Das waren einzigartige Gottesdienste, weil jede einzelne Kirchengemeinde, die zu Besuch war, auch ihre eigenen Musikgruppen mitbrachten und damit frischer Wind und eine tolle Atmosphäre mit in unser Gotteshaus kam. Auch unsere Jugendpastoralgruppe begleitete den ein oder anderen Gottesdienst musikalisch. Am Samstag wurde die ganze Schule mit Hilfe aller Eltern geputzt, gefegt und teilweise sogar neu gestrichen, denn bei diesem Fest sollte alles glänzen und von der besten Seite zu sehen sein. Am Abend gab es im Anschluss an die Messe dann noch ein richtig schönes Fest mit Livebands und Tanzmusik direkt vor der Kirche. So etwas wäre bei uns unvorstellbar, zeigt aber wie gut sich in Bolivien Jugend und Kirche verbinden lassen. Und am Sonntag, dem Hauptfesttag, gab es eine Prozession, bei der ich mit der Kapelle der Schule mitspielen durfte. Die Statue der Maria, bzw. „Virgen de Copacabana“, wurde tanzend durch die Straßen getragen. Zurück in der Kirche wurde es mir schwer ums Herz, denn das waren meine letzten Augenblicke, die ich in der Kirchengemeinde „Copacabana“ und mit den Leuten vom Jugendpastoral verbringen konnte, da es schon am Abend des gleichen Tages wieder auf Richtung Deutschland ging. Allgemein gab es die letzten Tage sehr viele schöne und teils überraschende Abschiedsfeiern. Sowohl die Schwestern, die Lehrer der Schule, viele Schülerinnen, die Schulkapelle und die Jugendpastoralgruppe sagten mir, dass sie sehr traurig über meinen Abschied waren, weil ich ihnen wirklich ans Herz gewachsen war und sie hoffen, dass ich sie nicht zu lange warten ließe, bis ich das nächste Mal nach Potosí käme. Auch mir lag mein Herz schwer wie ein Stein in der Brust beim Gedanken daran, diese zweite Familie, wie sie für
mich geworden war, hinter mir zu lassen. Ein solches Jahr lässt sich eben nicht einfach so schnell abhacken, sondern ich werde noch viele Tage, Wochen, Monate, Jahre daran zurückdenken, was ich alles in diesem einen Jahr gesehen, erlebt und gelernt habe… -
Pfingsten und Besuch der Mienen von Potosi
Am Pfingstfest gab es wieder einige Aktivitäten in der Kirchengemeinde
„Copacabana“. Die schönste Veranstaltung an diesen Tagen fand ich aber mit
Abstand das Zelten mit der Jugendpastoralgruppe vor der Kirchentüre. Ungefähr
25 Jugendliche schlugen im Tempelvorhof 5 kleine, bunte Zelte auf. Es wurde ein
Lagerfeuer entzündet, ein Nudelgericht „Aji de Fideo“ gegessen und einige Impulse zum Thema Gruppenzusammenhalt und Pfingstereignis gestartet. Darauf ging es in die Kirche hinein, wo wir uns gemütlich in warme Decken kuschelten und uns eine Schwester mehr vom Heiligen Geist erzählte. Als wir wieder nach draußen kamen, war es bitterkalt geworden denn schließlich war es zu dieser Zeit schon fast Winter in Bolivien, und wir verkrochen uns recht schnell in den Zelten. Am nächsten Morgen spielten wir ein lustiges Geländespiel mit Spielkarten um die Kirche herum bis uns eine Freundin Milchreis zum Frühstück brachte. Danach machten wir einige Reflexionen zum Thema Toleranz in der Gruppe. Dafür hatte ein Gruppenmitglied tolle Bilder, die zum Thema passten, mitgebracht. Ich persönlich fand dieses Wochenende so gelungen, weil es mir
zeigte, wie die Jugendlichen hier ihren Glauben mit Spaß und Freude ausleben.In den Winterferien im Juli hatte ich dann die Möglichkeit, meine eigene Stadt Potosí nochmal besser kennenzulernen, denn mit einer geführten Tour besuchten wir die Minen des Silberberges, dem „Cerro rico“, was übersetzt reicher Berg heißt. Die Minen sind noch aktiv und wir liefen vielen verschiedenen Gruppen von Arbeitern über den Weg, die ohne jegliche technische Hilfsmittel mit Meißel und Hammer die wertvollen Steine aus den Wänden schlugen, zerkleinerten und damit vor sortierten, bevor diese mit Loren nach draußen befördert wurden. Es ist eine körperlich wirklich sehr anstrengende Arbeit, weil einfach alles händisch erledigt wird. Wegen des Feinstaubes, der dort ständig in der Luft liegt, ist für jeden Mienenarbeiter klar, dass er vermutlich nicht älter als 50 Jahre werden wird und damit versucht jeder von ihnen seine Lebenszeit mit schönen Dingen (gute Kameradschaft, Feste und Familie) auszufüllen. Schon junge Burschen werden von ihren Vätern hin und wieder in die Mine mitgenommen, damit sie gute Zukunftschancen haben, falls es mit der Schule nichts wird. Die Hierarchie in den Mienen orientiert sich ganz klar an Wissen und Erfahrung der einzelnen Arbeiter. Es gibt viele verschiedene Kooperationen, die Arbeiter beschäftigen, ihnen das Recht zum Abbauen der Minerale geben und dafür einen gewissen Prozentsatz der Gewinne bekommen. Ein Arbeiter hat keine festen Arbeitszeiten und kann kommen und gehen wann er will, das heißt wenn er Geld braucht arbeitet er lange und hart und wenn er gerade kein Geld braucht, kommt er eben nicht wenn er keine Lust hat. Sehr interessant ist auch die Legende vom „Tio“, genannt Onkel. Er ist der Teufel, der aber nicht als schlecht oder böse angesehen wird, sondern den Schutzpatron der Menschen unter der Erdoberfläche verkörpert. Ich persönlich hatte den Eindruck dort in den Minen in einer ganz anderen Welt gelandet zu sein. Es war unglaublich eindrucksvoll, sehr interessant und trotzdem gängelte mich mein Gewissen, weil unsere Gruppe voller Touristen die arbeitenden Leute wie Anschauungsobjekte im Zoo anstarrte.
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Fastenzeit und Ostern
In den Monaten März und April kamen einige kirchliche Aktivitäten wegen der Fastenzeit auf mich zu. Jeden Freitag spielte eine andere Jugendgruppe unserer Kirchengemeinde „Copacabana“ abends in der Dunkelheit den Kreuzweg nach. Die Familien, die auf der Strecke lagen, bereiteten kleine Hausaltäre vor, an denen wir betend und singend kurz innehielten. Allgemein fand ich das sehr, sehr beeindruckend. Als unsere Jugendpastoralgruppe dran war, durfte ich auch äußerst witzige Proben miterleben, die mir nochmal das Gefühl gaben wirklich Teil dieser Gruppe zu sein. Eine andere Aktion der Fastenzeit war, dass wir jeden Sonntag ein großes Jesuskreuz unserer Kirche in verschiedene Familien trugen, damit sie eine Woche lang sozusagen „in Begleitung von Jesus Christus“ leben und nochmal intensiver ihren Glauben im Alltag reflektieren konnten. In jeder Familie wurde dann noch zusammen gebetet, musiziert und reichlich gegessen. Wieder einmal beeindruckte mich, wie die Jugendlichen hier in diese Kirchengemeinde miteingebunden werden.
Sogar die Lehrer mussten sich in diesen Wochen ein bisschen mit ihrer Rolle als glaubender und gleichzeitig unterrichtender Mensch auseinandersetzen und veranstalteten dafür einen „Retiro“, ein spirituelles Wochenende in einem kleinen Dörfchen hinter Sucre.
Vor den österlichen Feierlichkeiten gab es nochmal mehr Grund zum festen, denn am „Dia del Niño“, der „Tag des Kindes“, stellten wir Lehrer ein witziges, vielseitiges Programm auf die Beine. Wir spielten „Schneewittchen“, tanzten und sangen, was natürlich sehr gut bei den 3-12 jährigen Mädchen ankam. Ich wurde gebeten ein derzeit sehr angesagtes Lied in Bolivien zu singen, wobei mich eine große Tänzergruppe begleitete. Natürlich war ich recht aufgeregt, doch dann passierte etwas, was ich wohl nie wieder vergessen werde: Die ganze Turnhalle bebte! Die Kinder waren aufgesprungen, sangen lauthals mit und tanzten auf ihren Plätzen. Nach der Vorstellung fand ich mich in Mitten einer Schar „kleiner Fans“ wieder. Unglaublich!
Dann kam die Osterwoche, genannt „Semana Santa“. Schon morgens am Palmsonntag zogen echt viele Kirchenbesucher mit zum Teil riesigen Palmzweigen bestückt, singend zur Kirche, um dann dort der Sonntagsmesse zu lauschen. Abends bei beginnender Dunkelheit gab es dann noch eine öffentliche Messe mitten auf dem Hauptplatz von Potosí, der so ziemlich alle Priester der Stadt, Jung und Alt – wiederum mit Palmzweigen bewaffnet – beiwohnten. Das war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis. Montag bis Mittwoch lief der ganz normale Schulalltag. An Gründonnerstag war dann ganz Potosí bis spät in die Nacht auf den Beinen, um errichtete Blumenaltäre in verschiedenen Kirchen zu besuchen. Für die „Hintergrundmusik“ in jeder Kirche sorgten die jeweiligen Jugendpastoralgruppen, also auch wir. Karfreitag morgen wanderte ich dann erneut mit der Jugendpastoralgruppe zu einer Lagune oberhalb Potosís. Wie es bei Freizeitaktivitäten häufiger vorkommt, kamen wir erst zweieinhalb Stunden nach dem offiziellen Treffpunkt los. Der Sinn der Aktion war es, auf dem Weg zu reflektieren und vielleicht auch etwas das Leid Jesu auf seinem letzten Gang nachzuempfinden, was bei der Steigung, dem steinigen Weg, welcher ins Nirgendwo führte, und der Hitze der prallen Sonne echt gut gelang. Außerdem waren wir mit Tüten voller Lebensmittel bepackt, da wir an der Lagune angekommen, ein Picknick mit Hamburgern machten. Natürlich durfte bei dieser Wanderung der Spaß auch nicht zu kurz kommen und wir spielten noch etwas Karten und Volleyball. Am Nachmittag hatte ich dann die Möglichkeit das erste Mal in der „Banda“ der Schule (eine Kapelle mit Fahnen, Trommeln, Trompeten, und Lyren), die einen weiteren nachgespielten Kreuzweg begleitete, mitzuspielen. Da ich noch keine Tracht hatte und das Mädchen, welches mir die Tracht ihrer Schwester mitbringen sollte, nicht aufkreuzte, spielte ich eben in Jeans und einer ausgeliehenen Jacke. Leider überraschte uns ein Hagelschauer, aber in der darauffolgenden Sonne trockneten wir wieder. Dem Gottesdienst zur Osternacht konnte ich leider nicht beiwohnen, da ich auf einer Hochzeit eingeladen war. Am Ostersonntag fand nach dem Gottesdienst eine „Kermes“ als Abschluss einer solidarischen Kampagne, bei der Geld für arme, kranke Kinder gesammelt worden war, statt. Dafür bereiteten verschiedene Gruppen unterschiedliche Gerichte vor, die dann für 20 Bs verkauft wurden.





